Aktuelle Ausgabe: September/Oktober 2018

Editorial

Nichts Prächtigeres als die Bäder von Tiflis …

… habe er gesehen, schrieb Alexander Puschkin im Mai 1829. In diesem Herbst blickt die literarische Welt wieder bewundernd nach Georgien. Selten hat ein Gastland der Frankfurter Buchmesse bereits im Vorfeld so viel Aufmerksamkeit erfahren, berichten Reisende begeistert von diesem Märchenland am östlichen Rand Europas, werden so viele Bücher georgischer Autorinnen und Autoren übersetzt. Es gilt, eine traditionsreiche Kultur, eine wechselhafte Geschichte, eine lebendige Szene zu entdecken! Seien Sie neugierig.

Das andere wichtige Thema der kommenden Wochen und Monate wird der deutsche Buchmarkt sein: Liest noch jemand Bücher? Wer? Warum? Was?

Der Börsenverein und die Stiftung Lesen werden nicht müde, immer neue Statistiken zum Kauf- und Leseverhalten vorzulegen, die ein ganz kleines bisschen optimistisch stimmen sollen: dass Kinder Gedrucktes dem Elektronischen vorziehen, dass Jugendliche den »Retro-Charme« des Buches entdecken und gestresste Ältere sich auf die besondere Qualität der Langsamkeit von Lektüre besinnen.

Eine Frauenzeitschrift liefert derweil Einrichtungsideen, wie man (überflüssige) Bücher gekonnt in Szene setzt: als neutrales Bild durch Buchschnitt statt Buchrücken, bunt durch eine Sortierung nach Farben, in erlesener Kombination mit anderen Deko-Teilen oder gleich massenhaft aufgestapelt als Ablage, als Türstopper oder statt eines Bildes an die Wand gepinnt …

Offensichtlich werden Bücher jedoch auch heute gelesen, wenn man der aktuellen Bestsellerliste Glauben schenken darf: Da stehen erfreulicherweise Robert Seethalers Das Feld und Mariana Lekys Was man von hier aus sehen kann, zwei unbedingt lesenswerte Romane, auf Platz eins und zwei. Beiden Autoren kann man übrigens im Herbst bei Lesungen begegnen.

Die Veranstaltungstermine und eine große Menge von Lektüreanregungen finden Sie in diesem Literaturblatt – viele Entdeckungen wünscht

Irene Ferchl mit dem Team

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