Aktuelle Ausgabe: September/Oktober 2019

Editorial

Nach 14 Jahren guter Zusammenarbeit,

für die wir sehr dankbar sind, endet die Kooperation zwischen dem S. Hirzel Verlag und dem Literaturblatt zum Ende des Jahres 2019. In dieser Zeit haben wir einen umfassenden Relaunch geschafft: zum Vierfarbdruck und einer klaren inhaltlichen Strukturierung mit einem Schwerpunkt auf der aktuellen Buchkritik. Unsere LeserInnen haben uns, manche nach anfänglichem Zögern, mittlerweile ein positives, ja begeistertes Feedback gegeben. Ein solches Unternehmen kostet natürlich viel Geld und die junge, eher digital und betriebswirtschaftlich orientierte Generation setzt andere Prioritäten. Auch ist die einem starken Wandel und Konzentrationsprozess unterworfene Verlagsbranche immer weniger zu inserieren bereit. Ohne Anzeigenerlöse und ohne einen Verlagspartner mit professionellem Vertrieb lässt sich die Zeitschrift jedoch nicht weiterführen.

Das Literaturblatt für Baden-Württemberg hat sich 1994 bewusst so genannt: Es wollte und will die lebendige Szene des Landes abbilden und vernetzen, wozu vor allem der nach wie vor unverzichtbare Veranstaltungskalender dient. Das erlesene Feuilleton greift seit jeher thematisch über das Land hinaus und hat durch die Zeitläufte sogar an Bedeutung gewonnen, denn gerade eine ernst zu nehmende, von belesenen JournalistInnen verfasste Literaturkritik hat in den meisten Medien keinen Stellenwert mehr und wird inzwischen vielfach durch Werbetexte aus den Verlagshäusern ersetzt.

Was denken Sie, liebe Leserinnen und Leser: Ist das Literaturblatt es wert, auch noch 2020 und darüber hinaus zu erscheinen? Schreiben Sie uns!

Einstweilen schauen wir, unterstützt durch viel Zuspruch und Solidarität, optimistisch in die Zukunft und nicht wenig stolz auf 155 Ausgaben zurück, in denen so viele SchriftstellerInnen porträtiert, so viele literarische Themen diskutiert, Schauplätze besucht und lesenswerte Bücher vorgestellt wurden.

Wir hoffen, dass das vorliegende Heft die Erwartungen wieder einlöst, und wünschen einen schönen Leseherbst.

Irene Ferchl mit dem Team

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