Aktuelle Ausgabe: Januar/Februar 2019

Editorial

Editorial

 

»nicht komplett buchfrei«

 

zu sein, das ist für heutige Jugendliche schon fast ein Bekenntnis zur Bibliophilie. Natürlich gibt es  auch (meist weibliche) Vielleserinnen, denen die Lektüre gar nicht umfangreich und schwierig genug sein kann. Was sich jedoch in den letzten Jahrzehnten verändert hat, ist die selbstverständliche Lesekompetenz.

Im Sommer reagierte die Kinderbuchautorin Kirsten Boie mit einer Petition auf die dramatischen Ergebnisse der IGLU-Studie, dass ein Fünftel der Zehnjährigen in Deutschland nicht ausreichend lesen kann, um den Text auch zu verstehen. Die knappe Forderung dieser Hamburger Erklärung – »Jedes Kind muss lesen lernen« –, die vom Börsenverein und dem PEN-Zentrum unterstützt wird, hat seither über 110 000 Unterschriften bekommen und wurde Anfang Dezember an die Bundesbildungsministerin und die Kulturministerkonferenz übergeben.

Um eine konkrete Strategie zu entwickeln, wie die bestehenden Projekte und neue Maßnahmen zu einer wirksamen Leseförderungsinitiative zusammengefasst und ausgebaut werden können, wird eine Expertenkommission der Bundesregierung gefordert.

Denn, so Kirsten Boie, »das Thema Lesen erscheint im Vergleich zur Digitalisierung altmodisch – dabei ist es viel fundamentaler. Davon, ob die Menschen lesen können, hängt für uns alle sehr viel mehr ab.« PEN-Präsidentin Regula Venske ergänzte, dass die soziale Herkunft und ein sogenannter Migrationshintergrund kein Hemmnis darstellen dürften und wenigstens in der Bildung Chancengleichheit und Gerechtigkeit verwirklicht werden sollten: »Demokratie lebt nun einmal von Meinungsfreiheit, vom Recht auf Information und Teilhabe am kulturellen Leben sowie am wissenschaftlichen Fortschritt« und dafür sei Lesefähigkeit die Schlüsselqualifikation.

Ganz davon abgesehen, was einem ohne Bücher an Genuss entgeht …

 

Wir wünschen Ihnen allen eine Zeit der Muße für erquickliche Lektüre!

Ihre Irene Ferchl mit dem Team

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