Editorial

»Wir brauchen Bücher, immer mehr Bücher! …

 … Durch das Buch, nicht durch das Schwert, wird die Menschheit die Lüge und die Ungerechtigkeit besiegen.«
Diese Forderung des Schriftstellers und Journalisten Émile Zola haben die Organisatoren des 10. Tübinger Bücherfests für ihr Programm übernommen. Wie das Motto »Joie de livre – die Freude am Buch« ist sie eine Hommage an das Gastland Frankreich, dessen aktuelle Literaturszene hierzulande gern bekannter werden darf; die Frankfurter Buchmesse wird in diesem Herbst ebenfalls dafür sorgen, dass mehr französische AutorInnen und Bücher in unser Blickfeld geraten.
Zola hat natürlich noch nichts von der Masse der den Markt überschwemmenden Neuerscheinungen geahnt, schon gar nicht von den vielen überflüssigen, die Verdummung statt Aufklärung zum Ziel haben. Vielmehr brauchen wir Bücher, die uns die Augen öffnen, uns etwas Neues zu sagen haben – das kann Lyrik sein, ein Roman oder ein Sachbuch.
Sogar ein Kochbuch, das Ihnen hiermit empfohlen sei: Suppen für Syrien.
Die Idee dazu kam der Fotografin und Kochbuchautorin Barbara Abdeni Massaad, nachdem sie in Beirut das Elend in einem syrischen Flüchtlingscamp erlebt hatte. Sie bat international bekannte Köchinnen und Köche um Suppenrezepte und stellte daraus ein ebenso schönes wie brauchbares Kochbuch zusammen. Das Tolle daran ist, dass die Gewinne zu hundert Prozent an die Flüchtlingshilfe-Organisation Schams e. V. (arabisch für »Sonne«) zugunsten syrischer Kinder und Jugendliche gehen. Initiiert hatten diese Organisation der Tübinger Verleger Hans Schiler und der Erzähler Rafik Schami, der für Suppen für Syrien den deutschen Verlag DuMont gefunden hat und nun für das Projekt auf Benefiz-Tour geht. In seinem Vorwort schreibt er, warum gerade eine Suppe wärmt und tröstet und dass sie auch immer noch für einen unangekündigten Gast reicht …

Wir wünschen Freude am Buch und am Suppe-Kochen!

Irene Ferchl

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