Editorial

Erleben

kann man Literatur auch in diesem Herbst nicht nur bei der eigenen Lektüre: Unser Veranstaltungskalender verzeichnet eine Fülle von Autorenlesungen, Buchvorstellungen, Spaziergängen, hinzu kommen die Stuttgarter Lyriknacht und Salongespräche, lokale und regionale Festivals, Preisverleihungen, Tagungen und Ausstellungen. Die Szene scheint lebendig wie nie.

Auch wer die Novitätenvorschauen für den Herbst durchblättert, kann den Eindruck gewinnen, dass es der Branche gut geht: Die Verlagsprogramme sind umfangreich und wimmeln nur so von potentiellen Bestsellern! Natürlich findet sich viel Unterhaltung und Lebenshilfe aller Art – mit mehr oder minder brauchbaren Rezepten für das physische und psychische Wohlergehen –, gleichwohl bietet sich  daneben häufig ein weiter Blick in die ganze Welt, historisch, politisch und literarisch.

Die oft gestellte Frage nach aktuellen Trends lässt sich kaum seriös beantworten, doch es fällt auf, dass vielfach Klassiker in schönem Gewand und zu günstigen Preisen angeboten werden. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Französischen anlässlich des diesjährigen Ehrengastes auf der Frankfurter Buchmesse – der Hashtag »FraFra2017«  klingt freilich doch leicht albern dadaistisch! Jedenfalls wird man dort und entsprechend auch im Buchhandel interessante Entdeckungen auf den Gebieten Belletristik und Sachbuch machen können.

Ein Fundstück, ein Zitat von Gustave Flaubert, möchten wir Ihnen schon einmal mitgeben: »Lest nicht, wie die Kinder, zum Vergnügen, noch wie die Streber, um zu lernen, nein, lest, um zu leben.«

Vielleicht sollte man es aber doch nicht so apodiktisch sehen wie der Meister des realistischen Romans und sich die Lektüre nach eigenen Gesichtspunkten wählen: zur vergnüglichen Unterhaltung, zur Information und Bildung und natürlich – das vor allem – als Lebenselixier …

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen lebens- und lesewerten Herbst

Ihre Irene Ferchl

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